BANGKOK/HEATHROW – Amy Jayne Durban schmuggelte 51,2 Kilo Cannabis von Bangkok nach Heathrow. Das Rauschgift hat einen Straßenwert von 680.000 Pfund. Die 45-Jährige gestand vor Gericht und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.
Beamte der britischen Grenzschutzbehörde Border Force fanden die Drogen am 6. Juli in zwei Koffern. Durban stammt aus Hemyock in Devon. Die Staatsanwaltschaft stufte sie als mutmaßliche Kurierin ein.
Geständnis vor Gericht
Durban bekannte sich am Donnerstag vor dem Uxbridge Magistrates’ Court schuldig. Richterin Karen Holt lehnte eine Freilassung gegen Kaution ab. Sie stufte den Fall wegen der großen Menge als äußerst ernst ein.
Das Strafmaß verkündet das Gericht am 14. Oktober. Bis dahin bleibt Durban in der Haftanstalt HMP Bronzefield in Surrey. Bei einer Verurteilung drohen ihr mindestens vier Jahre Haft.
Staatsanwalt: Sie war nur Kurierin
Staatsanwalt James O’Connell sagte dem Gericht, Durban sei „definitiv eine Kurierin“ gewesen. Sie habe sich durch eine hohe finanzielle Belohnung und Gastfreundschaft zur Reise bewegen lassen.
Die National Crime Agency (NCA) ermittelte gegen Durban. Ihr Mobiltelefon wurde zur forensischen Untersuchung geschickt, liegt aber noch nicht ausgewertet vor.
Verteidigung: Sie stand unter Druck
Verteidiger Alexander Shanks kündigte an, Durban werde geltend machen, unter Druck gesetzt und zur Teilnahme gezwungen worden zu sein. Er bezeichnete sie als naiv und unreif.
Die Staatsanwaltschaft wies diese Darstellung zurück. Es lägen keine Beweise für einen Zwang vor. Durban war im Mai erneut nach Thailand gereist – auch dafür gebe es keine Schmuggelbelege.
Bruder nach Durchsuchung festgenommen
Das Gericht hörte auch, dass Durbans Bruder im Zusammenhang mit Cannabisbesitz festgenommen wurde. Eine Polizeibehörde im West Country hatte zuvor einen Durchsuchungsbeschluss für sein Haus vollstreckt.
Durban lebte zur Zeit ihrer Festnahme mit ihrem Partner an einer abgelegenen Adresse in Hemyock. Das Paar betreibt Läden für E-Zigaretten. Der Partner nahm an der Anhörung teil. Durban hatte eine Vorstrafe wegen Körperverletzung aus dem Jahr 2000 und bekam dafür 18 Monate Bewährung.
NCA warnt vor Angeboten in sozialen Medien
Nach Angaben der NCA werben organisierte Kriminalitätsgruppen über soziale Medien um mögliche Drogenkuriere. Angeboten würden kostenlose Urlaube und zusätzliches Geld, wenn Cannabis nach Großbritannien gebracht werde.
Durban hatte wenige Tage vor ihrer Festnahme auf Facebook geschrieben, sie sei auf dem Heimweg, um den Rasen zu mähen. Die Formulierung enthielt den Zusatz, niemand werde wissen, wann sie den „Rasen“ erreichen werde.
Mehr Festnahmen an britischen Flughäfen
Die NCA registrierte 2023 insgesamt 142 festgenommene Cannabisschmuggler bei der Ankunft mit dem Flugzeug. 2024 stieg die Zahl auf 801, 2025 auf 976. Das entspricht einem Anstieg um 464 Prozent zwischen 2023 und 2024.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden an britischen Flughäfen weitere 600 mutmaßliche Kuriere festgenommen. Die durchschnittliche Menge pro Kurier beträgt 26 Kilogramm.
Thailand verschärft Vorgehen gegen Schmuggler
Nach neuen Maßnahmen der NCA mit thailändischen Behörden drohen mutmaßlichen Schmugglern, die in Thailand gefasst werden, Geldstrafen von umgerechnet 680 Pfund pro Kilogramm Cannabis. Wer die Strafe nicht bezahlt, kann in Thailand mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen.
